Krankheiten

Pferd in Oberbayern mit Borna-Virus infiziert

11. März 2025 , 16:05 Uhr

In Bayern gibt es einen neuen Borna-Virus-Fall. Dieses Mal hat sich aber kein Mensch infiziert, sondern ein Tier.

Im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn ist ein Pferd an dem Borna-Virus gestorben. Die Infektion mit BoDV-1 sei labordiagnostisch bestätigt worden, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf Anfrage mit. 

Im Landkreis Mühldorf am Inn hatte es bereits mehrere Borna-Virus-Fälle sowohl bei Menschen als auch bei Tieren gegeben. Dennoch droht nach dem neuen Fall keine direkte Gefahr. 

Feldspitzmaus als Überträger 

Das Virus wird über infizierte Feldspitzmäuse übertragen, die es in Urin, Kot und Speichel ausscheiden. Darüber können sich Menschen oder andere Tiere anstecken, die selbst aber das Virus nicht ausscheiden und somit die Infektion nicht weiterverbreiten. Eine Übertragung des Virus von anderen Säugetieren als der Feldspitzmaus auf den Menschen oder von Mensch zu Mensch sei bisher nicht belegt – außer in einem Fall einer Organtransplantation, teilte das LGL mit. 

Kein Impfstoff, keine Therapie 

Neben dem Anfassen infizierter Feldspitzmäuse gelten beim Menschen auch der Kontakt mit Mäusekot, kontaminiertem Staub oder Erde sowie verunreinigte Lebensmittel und Wasser als mögliche Übertragungswege.

Grundsätzlich seien Pferde, Schafe, aber auch Alpakas und Lamas für Infektionen empfänglich. Auch bei mehreren Bibern und Igeln in Verbreitungsgebieten sei das Virus jüngst nachgewiesen worden, erläuterte das LGL. 

Eine spezifische Therapie gibt es bislang ebenso wenig wie einen Impfstoff. Die Behandlung besteht im Wesentlichen aus unterstützenden Maßnahmen mit intensivmedizinischer Betreuung der Patienten. Zumeist endet die Infektion tödlich.

Jährlich mehrere Infektionen bundesweit

Seit 1996 gab es nach früheren LGL-Angaben eine mittlere zweistellige Anzahl an Borna-Virus-Infektionen beim Menschen. Dem bundesweit zuständigen Robert Koch-Institut in Berlin wurden seit Einführung einer Meldepflicht im Jahr 2020 jährlich bis zu sechs Fälle bei Menschen gemeldet, der Großteil davon aus Bayern. BoDV-1 kommt in Deutschland in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und angrenzenden Teilen benachbarter Bundesländer vor.

Quelle: dpa

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